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Ausbildungssaison startet – Mit 10 Fragen zum Top-Ausbilder

Im August/September beginnt die neue Ausbildungssaison. Wer in Zukunft Top-Fachkräfte in seiner Apotheke beschäftigen und dauerhaft halten will, darf die Ausbildung nicht nebenbei mitlaufen lassen. Eine gute Ausbildung von PKA-Azubis, PTA-Praktikant:innen und Pharmazeut:innen im Praktikum (PhiP) erfordert eine kompetente Begleitung.

Gegenseitige Erwartungen klären

Nicht alle Auszubildenden und Praktikant:innen haben eine klare Vorstellung davon, wie der Apothekenalltag tatsächlich aussieht, welche konkreten Tätigkeiten ihr Berufsbild umfasst und was von ihnen in der Apotheke erwartet wird. Abläufe und Verhaltensweisen, die für langjährige Mitarbeitende selbstverständlich sind, können für Berufsanfänger:innen völlig neu sein. Eine offene Kommunikation und ein regelmäßiger Austausch zwischen Ausbilder:innen und Auszubildenden bzw. Praktikant:innen kann helfen, gegenseitige Erwartungen zu klären und Missverständnisse zu vermeiden.

Um Frustration und einen vorzeitigen Abbruch der Ausbildung zu vermeiden, sind ein gutes Onboarding, ein strukturierter Einarbeitungsplan und motivierte und engagierte Ausbilder:innen entscheidend. Sie geben Orientierung, schaffen Sicherheit und erleichtern den Einstieg in den beruflichen Alltag.

Kompetenzen von Ausbilder:innen

Die erfolgreiche Ausbildung junger Menschen erfordert neben fundiertem pharmazeutischem Fachwissen auch didaktische Kenntnisse und pädagogisches Geschick. Schließlich geht es nicht nur darum, fachliche Inhalte zu vermitteln, sondern auch Methodenkompetenzen sowie personale und soziale Kompetenzen zu fördern. Berufsanfänger:innen sollten deshalb schrittweise an selbstständiges Lernen und eigenverantwortliches Arbeiten herangeführt werden, beispielsweise durch die Übernahme erster eigener Aufgaben und kleinerer Projekte.

Dafür sind Empathie und Verständnis für junge Menschen wichtige Voraussetzungen. Insbesondere Auszubildende und Praktikant:innen, die direkt nach der Schule in die Apotheke kommen, müssen sich häufig erst daran gewöhnen, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Während der Schulzeit stand meist das Beantworten von Fragen im Vordergrund. Im Berufsalltag ist dagegen zunehmend Eigeninitiative gefragt. Gute Ausbilder:innen schaffen hierfür ein unterstützendes Lernumfeld und leiten zu eigenverantwortlichem Handeln an. Hilfreich sind dabei eine wertschätzende Kommunikation den Auszubildenden und Praktikannt:innen gegenüber, konstruktives Feedback und Lob für gute Leistungen. Das motiviert, schafft Selbstvertrauen und fördert die Arbeitszufriedenheit.

Ausbildung planen

Eine strukturierte Planung der Ausbildung gibt allen Beteiligten Orientierung und verhindert, dass wichtige Themen untergehen. Diese 10 Fragen helfen Ihnen bei der Planung der Ausbildung:

1. Wer kümmert sich um die Ausbildung?

2. Hat die für die Ausbildung verantwortliche Person die fachliche Eignung?

3. Hat die für die Ausbildung verantwortliche Person die pädagogische Eignung, z.B. eine Ausbildereignungsprüfung?

4. Verfügt die für die Ausbildung verantwortliche Person über ausreichend Sozialkompetenz, z.B. Empathie und Einfühlungsvermögen?

5. Hat die für die Ausbildung verantwortliche Person Freude an der Ausbildung junger Menschen?

6. Wie viele Stunden pro Woche wird die für die Ausbildung verantwortliche Person von anderen Tätigkeiten im HV oder Labor freigestellt?  

7. Gibt es strukturierte Ausbildungspläne?

8. Gibt es Checklisten für die Einarbeitung?

9. Gibt es einen Arbeitsplatz, an dem die Auszubildenden ihre Berichte etc. verfassen können?

10. Werden regelmäßige Feedbackgespräche eingeplant?

Fazit: Eine gute Ausbildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung und eine langfristige Mitarbeiterbindung. Sie reduziert Ausbildungsabbrüche und fördert die Attraktivität der Apothekenberufe.  

August 18, 2026